Gründung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten hat die Kulturwissenschaft deutlich an Kontur gewonnen. Kulturwissenschaft ist nicht mehr nur ein transdisziplinärer Verbund verschiedener Wissenschaften, sondern gilt inzwischen als eigenständige Disziplin. So kann Kulturwissenschaft in zahlreichen Studiengängen studiert werden: Studentinnen und Studenten schließen als Kulturwissenschaftlerinnen und Kulturwissenschaftler ihr Studium ab, ebenso wie Doktorandinnen und Doktoranden in der Kulturwissenschaft promovieren. Kulturwissenschaft und kulturbezogene Studiengänge können heute u.a. in Bayreuth und Berlin, in Lüneburg, in Frankfurt (Oder), in München, Konstanz oder Koblenz studiert werden – insgesamt an mehr als 70 Universitäten in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz. Die Zahl der Habilitationen ebenso wie der Lehrstühle im Bereich der Kulturwissenschaft hat in den vergangenen Jahren zudem stetig zugenommen. Zugleich wurden ehemalige Fakultäten und Fachbereiche für Geisteswissenschaften in vielen Fällen mit dem Zusatz ‚Kulturwissenschaft‘ versehen oder vollständig umbenannt.

Parallel zur institutionellen Etablierung sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Handbücher, Einführungen und Textsammlungen erschienen. Seit einiger Zeit erscheint in regelmäßigen Abständen zudem die Zeitschrift für Kulturwissenschaft. Die Kulturwissenschaft zeichnet sich infolge dessen durch eigenständige Charakteristika aus, die in der Entwicklung disziplinärer Wissensbestände, spezifischer Fragestellungen und Methoden gründen. Hinsichtlich eines klar umrissenen Feldes wissenschaftlicher Themen und Orientierungen hat sich so auch eine inhaltliche Identität des Faches ausgebildet. Dazu gehört die Aufarbeitung historischer Vorläufer und Traditionen, aufgrund derer die Akteure inzwischen auf eine eigene Fachgeschichte zurückblicken können.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen erfolgt die Gründung der Gesellschaft für Kulturwissenschaft mit dem Ziel, den disziplinären Kommunikationszusammenhang weiter zu stärken und durch regelmäßige Treffen zu Jahrestagungen sowie in Arbeitsgruppen zu gestalten. Durch die Gründung einer Gesellschaft für Kulturwissenschaft wird in institutioneller, inhaltlicher und kommunikativer Hinsicht die Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler intensiviert und die Identität des Faches gestärkt. Mit der weiteren Ausbildung der Identität der Disziplin Kulturwissenschaft werden so auch die Chancen verbessert, eine wissenschaftliche Laufbahn in der Kulturwissenschaft anzustreben.

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